Labor für Performance und postdramatisches Agieren 2.2

mit
Boris Hauf (Soundgestalter),
Sabina Holzer
(Performerin),
Marty Huber (Performancetheoretikerin, Theaterwissenschaftlerin),
Gerald Raunig (Philosoph),
Sabine Sonnenschein (Performerin)
Idee, Organisation: Sabine Sonnenschein
Organisatorische Unterstützung: Eva Brantner
Technische Betreuung: Monika Gruber
 
Info:
T.: +43-1-403 1048
http://www.wuk.at/sonnenschein

sabine.sonnenschein@wuk.at
   
 

Juni 2001

Öffentliche Termine:
19. und 20.6.2001
20 Uhr
imflieger, WUK, Währingerstr. 59, 1090 Wien
Eintritt: pay as you wish

   
  Labor 2.2 ist als Weiterführung der in Labor für Performance und postdramatisches Agieren 2 begonnenen Auseinandersetzung zu verstehen:
Fünf AkteurInnen aus den Bereichen Performance, Soundgestaltung, Philosophie und Theaterwissenschaft setzen ihre spezifischen Kompetenzen auf eine transversale Linie. Über die thematischen Knotenpunkte "Differenz und Wiederholung", "Antagonismus" und "Grenze" wird ein formaler Rahmen kreiert, auf dessen Grundlage Überlagerungsmöglichkeiten von Performance und Theorieproduktion sowie Aktion und Rezeption untersucht und Wege von der Performance in Richtung postdramatisches Agieren erkundet werden.
Am 19. und 20. Juni finden Laborperformances im Rahmen von "neuer tanz 01" im WUK statt.

"Was zählt, sind nicht bloß die zwei gegensätzlichen Lager mit ihrer Konfrontationslinie; was zählt, ist ebenfalls die Grenze,
über die alles passiert und auf einer anders orientierten molekulären Bruchlinie davonzieht."1

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1) Gilles Deleuze/Claire Parnet: Dialoge; Suhrkamp, 1980, S.142


Im Labor verwendete Quellen:
Gilles Deleuze: Differenz und Wiederholung; Fink, 1992
Gilles Deleuze/Claire Parnet: Dialoge, Suhrkamp, 1980
Ernesto Laclau/Chantal Mouffe: Hegemonie und radikale Demokratie; Passagen Verlag, 1991
Gerald Raunig: [:differenz und wiederholung:] 0.1./0.2.


   
  Labor für Performance und postdramatisches Agieren 2.2
TeilnehmerInnen:

Boris Hauf:

*1974
Musiker, Soundgestalter.
studierte Cello und Klavier in London und am Konservatorium für Musik und darstellende Kunst in Wien, Saxophon am Brucknerkonservatorium in Linz und Flöte mit Katrina Emtage and Marc Grauwels. Studien bei SAMT (studio for advanced music & media technology), Linz. Darüberhinaus Auseinandersetzung mit Komposition, Instrumentierung und Kontrapunkt sowie Studium der Philosophie und Musikwissenschaft an der Universität Wien.
Konzerte/Tourneen/Festivals in Europa, Nordafrika, Lateinamerika und den USA.
Kompositionsaufträge für internationale Festivals, Konzertveranstalter, Solisten, Ensembles, Radio, TV, Film u. Theater, im In- und Ausland.
8 CD-Veröffentlichungen u.a. auf Durian, Mego und Extraplatte.
Auswahl: efzeg/ grain (durian 012), 2000 /// efzeg: (EX 361-2);1998 /// the eschelberg takes (strynx records at-n 1401-1);1998 /// fuckhead: video arena (PA 12); 1995 // /fuckhead: The Male Comedy (mego 025); 1998 /// Das Eigene, GrabenFestTage 1998: Novotny/Kurzmann/Lehn/Mütter/Hauf- Josef & Josef. Unsere Automaten (Josef Novotny) (EX-374-2); 1998
Internationale Preise.
Gründer von efzeg (http://efzeg.klingt.org), Gründungsmitglied von pull my daisy, Mitglied von ensemble 68 und nouvelle cuisine. Konzerte und Aufnahmen mit fuckhead. Zahlreiche Kooperationen.


Sabina Holzer:
*1966
Performerin.
Arbeitet in den letzten Jahren hauptsächlich in kollaborativen Settings, in denen sie eigene Arbeiten entwickelt und in Projekten mitarbeitet, die von anderen internationalen KünsterlInnen initiert werden. Zwischen 1999 und 2004 hat Marty Huber auf verschiedene Arten mit mir zusammengearbeitet, einerseits als Dramaturgin und andererseits als Performerin Weitere Arbeitsverbindungen, die sich über längere Zeiträume erstrecken, sind enstanden mit: Sabine Sonnenschein (Initiatorin der Laborserie "Labor für Performance und postdramatisches Agieren" seit 2001); Jeroen Peeters (Mitgestalter eines Salon über das Zusammenspiel von Bewegung und Sprache 2003/2004 Wien/Brüssel); Fabian Chyle (COAC Prod.) (D); Vera Mantero (P) 2001/2002 in unterschiedlichen Projekten in Berlin, Brest und Lisabon, Toxic Dreams( A) und davor Bilderwerfer (A) (im Zuge dessen Zusammenarbeit mit der dänischen Performance Gruppe Hotel ProForma).
Die von Sabina Holzer entwickelten Arbeiten (vorwiegend Solos und Duette) hat sie bis dato meist auf unterschiedlichen Festivals gezeigt: roomdances (I); Image (dietheater Wien, A),; moving mime (NL); mimos (FR); Pandora (A). Sie verbindet in ihrer Arbeiten ihren Hintergrund von "physical theatre" und ihr Studium von zeitgenössischem Tanz an der Hoogeschool voor de Kunsten Amsterdam / school voor new dance developement. Ihr Interesse gilt körperlichen Repräsentationen und Ausdrucksweisen in unterschiedlichen performativen Kontexten.
In der Vielfalt der Auseinandersetzungen ihrer künstlerischen Arbeit, sucht Sabina Holzer eine Praxis, die sie immer wieder mit unterschiedlichen Menschen und deren Erfahrungen konfrontiert, wodurch sie herausgefordert wird, Wahrgenommenes als Performerin zu kommunizieren und in unterschiedliche gesellschaftliche Zusammenhänge zu stellen.


Marty Huber:
* 1973
Performancetheoretikerin, Theaterwissenschafterin, freie Dramaturgin; lebt in Wien.
Obfrau des Rosa Lila Tip, der Beratungs- und Informationsstelle für Lesben und Schwule,
Gründungsmitglied der Forumtheatergruppe "seitenweXel",
ehemalige Mitarbeiterin von MAIZ (Linz) in Verbindung mit dem Spracherwerbs- und Kulturprogramm.
Dramaturgische Arbeiten mit Barbara Kraus, Theater FOXFIRE, Sabina Holzer und der Gruppe Bilderwerfer.
Arbeitet zur Zeit an ihrer Dissertation "Gender - Politik - Performance im Ost - West Vergleich".


Gerald Raunig:
* 1963
Philosoph, Kunsttheoretiker und Kulturarbeiter, lebt in Wien.
Im Vorstand der IG Kultur Österreich u. des european institute for PROGRESSIVE CULTURAL POLICIES,
Lehrauftrag für politische Ästhetik am Institut für Philosophie der Universität Klagenfurt.
Koordinierender Redakteur der Zeitschrift "Kulturrisse", Herausgeber der kulturpolitischen Schriftenreihe der IG Kultur Österreich,
zuletzt: "sektor3/kultur. Widerstand, Kulturarbeit, Zivilgesellschaft", IG Kultur Österreich: Wien 2000
Zahlreiche Essays, Artikel, Publikationen mit den Schwerpunkten Identitarismuskritik, Kunsttheorie und Kulturpolitik,
zuletzt:
Charon. Eine Ästhetik der Grenzüberschreitung, Passagen: Wien 1999;
Wien Feber Null. Eine Ästhetik des Widerstands, Turia+Kant: Wien 2000.


Sabine Sonnenschein
:
*1970
Choreographin, Performerin.
Studium der Theaterwissenschaft neben Philosophie und Kunstgeschichte in Wien, nicht abgeschlossen.
Tanz- und Performanceausbildung: Contemporary Dance, Klassisches Ballett, Contact Improvisation, Release Techniques, Developmental Movement, Physical Theatre sowie Stimmarbeit (u.a. bei David Steele, Zvi Gotheiner, Andrew Harwood, Donna Uchizono, Jeremy Nelson, Shelley Senter, Gill Clarke, Wendell Beavers, Lloyd Newson, Meg Stuart, Meredith Monk). Studienaufenthalt in NYC 1994/95, gefördert vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst / Österreich. 1995 Teilnahme am European Choreographic Forum 4 in Dartington/GB, organisiert vom Butterfly Effect Network. Mitglied dieses Networks. 1996 Teilnahme am Choreodrome/The Place Theatre in London gem. mit Annis Joslin/GB. 1999 Preis »The Wind« - for innovative and experimental features given to the body - anläßlich des »5th PUF Pula International Theatre Festival«, Pula/Kroatien für die Produktion »EXEO«.
Eigene Arbeiten seit 1992; Performances u.a. bei internationalen Festivals, wie »Im Puls Tanz« (Wien), »imagetanz« (dietheater Künstlerhaus, Wien), »neuer tanz« (WUK, Wien), «Tanzsprache« (WUK, Wien), »kostprobe« (Tanztendenz, München), »Sprachen des Körpers« (Stuttgart), »4+4 Days in Motion« (Prag), »5th PUF International Theatre Festival« (Pula; Croatia), »Solo Dance 2001« (St.Petersburg); außerdem in der »Knitting Factory« (NYC) sowie im "Alten Stadthaus" (Berlin; im Rahmen einer Kooperation).
Initiatorin des
Labors für Performance and postdramatisches Agieren.